Roland Fuchs (Fuxl) ging am 26. September als einziger Fahrer für www.downhill.at an den Start und sicherte sich mit dem 35. Rang einen guten Platz im Mittelfeld.
Wie immer meinte es der Wettergott gar nicht gut mit den Teilnehmern und wie immer hat Fuxl himself einen amüsanten Bericht zu dem absolvierten Rennen verfasst. Es war Freitag als sich Fuxl wieder mal auf machte um bei einem Downhill-Rennen zu starten und es war, wie sollte es an nem Rennwochenende heuer anders sein, ein echtes Sauwetter!
Ankunft war so etwa um halb zehn in der Nacht. Bin dann dort einige Parkplatzrunden mit dem Auto gefahren auf der Suche nach den Bikestorler’n. Nach etwa 10 Runden waren alle die am Parkplatz bereits schliefen munter, und ich stellte fest dass sich Bikestorler anscheinend in wärmere Gefilde zurückgezogen haben. Nach einer recht „frischen“ Nacht, war der Samstag dann doch sonnig und recht angenehm.
Beim freien Training wurde die Strecke das erste Mal beäugt und bei der Quali wurde das erste Mal angedrückt. Bei der Quali lief’s eigentlich schon ganz gut für mich. Erwischte so nen richtig schönen runden Lauf. Es waren auch mindestens zwei Zuschauer auf der Strecke. Diese standen bei einem Anlieger. Bei dem Anlieger drückt ich zwecks Show nu a bissal mehr an. Des „nu a bissal“ war dann aber leider um des „nu“ einfach zuviel und ich lag auf der Fresse. Das wilde Gelächter der beiden jüngeren Zuseher unterband ich mittels: „Fuxl’s böser Blick“ auch genannt: „Blicke brauchen nicht töten können, wenn man den gesehen hat bringt man sich selbst um!„ *gg* Total demotiviert fuhr ich meinen Run weiter bis ins Ziel und freute mich darüber dass Joga trotzdem noch hinter mir war! *gg*
Am Samstag Abend setzte ich mir das Ziel im Finallauf unter 4 Minuten zu fahren. Da ich aber körperlich schon voll fertig war beschloss ich auf Taktik zu fahren also Kräfte fürs Finale zu sparen.
Nach einer weiteren Nacht im Auto die im übrigen noch beschissener als die erste wahr, gings also auf zum Warm Up. Für mich war klar: Runter rollen und Kräfte schonen. Noch ein paar Profitipps von “Cannon, Mankra und Co.” ergattern und die Strecke genau einprägen.
Danach war Relaxing auf der Sonnenliege am Parkplatz angesagt.
Dann wurde plötzlich der Harndrang größer. Ein sicheres Zeichen dafür das der Finallauf bevorstehen muss.
Im ersten Finallauf wollte ich einfach nur schneller als in der Quali werden aber ohne in den Tretpassagen Stoff zu geben. Hatte eigentlich nur an einer Stelle ein Problem, und zwar dort wo ich die linie versuchte die mir zuvor die Bikestorler verrieten. Ging voll ins Hoserl und bin an ner Wurzel ausgerutscht und hängengeblieben.
Meine Zeit verbesserte sich um 4 oder 5 sec., somit hatte ich mein Ziel erreicht. Einziger Schaß: Joga hatte mich geschnupft!
Nach nem gemütlichem Jauserl und einem weiteren Sonnenbad stieg der Harndrang ins Unermässliche! Alle 10 Minuten war Strullern angesagt. Frag mich immer noch wo der Körper die viele Flüssigkeit hernimmt! Mit Müh und Not schafte ich die Liftfahrt ohne vom Sessellift pinkeln zu müssen.
Top motiviert und mit der Gewissheit das ich die 20 sec. die mir auf 4 min. fehlten locker rausfahren könnte ging ich an den Start.
Noch letzte Tipps von “Cannon” dass ich doch die Startkurve noch weiter ausfahren sollte und dann nix wie ab durch die Mitte!
START!!!
Weg vom Start und rein in die erste Rechts kurve und tatsächlich, die ging um eingies schneller! Stich nach unten in den ersten Linksanlieger. Gleich danach ein kleiner Schupfer den ich wie immer zu weit rechts erwischte. Kurze gerade dann ein ne coole Rechtskurve über ne Kante runter zum hupfen. Laufen lassen in ein links-wandl rein und dann kam so ein unscheinbarer „Mugl“. Eigentlich war das der erste Mugl von nem Double-Mugl. Der zweite war sicherlich 4 bis 5 Meter weiter vorne. Ich topmotiviert mit vollem Pfeffer drüber. Uiuiuiuiuiiiiiii! Da geht man ab wie Schmitz-Katze! Vor lauter Freude über den geglückten Sprung verpasste ich gleich mal den Bremspunkt für das nächste Rechts-Wandl und merkte dadurch erst dass das Ding eigentlich noch um einges schneller ging! Dann kam ein lustiger kleiner Gap etwa 2-3 Meter weit über nen Graben. Dann ne lange Grade auf nem Hang als Querfahrt. Vor dem nächsten Links-Serpentine-Anlieger gab’s bereits gröbere Bremsmugl. In der Linksserpentine gabs noch nen Felsen zum runterfahren aber alles kein Problem.
Dann den Hang zurück radln in die andere Richtung. Mittendrin ein immer wieder überraschend kommender Links-Bergaufschupfer. Danach wieder eine Rechts-Serpentine mit Anlieger. Auf der gegengeraden gab’s wieder nen Sprung. Ein sehr interessantes Ding! Ich bremste mich im Training eigentlich immer drüber und sprang nur recht kurz da ich eigentlich nirgends ne anständige Landemöglichkeit sah. Doch di Bikestorler sprachen bei dem Sprung immer von dem einen weiten! Dies verwirrte mich zunehmend! Doch beim Finallauf dann erblickte ich die „Landezone“. Weit, weit weg! Quasi kurz vorm Horizont war eine leichte schräge auf dem etwa 1,5 m breiten Wegerl. Als ich dies sah dachte ich bei mir: “Ein letztes Vater unser wär nicht schlecht gewesen“ und streckte meine Zeigefinger von den Bremshebeln weg und trat noch mal kurz an. Absprung! Jjeeeaaahhh!!!!! Flugfase! Uiuiuiuiuiiiiiii! Was macht der Vorderreifen so weit oben? Landung! Schnalz, der Hinterbaudämpfer schlägt durch! Schnalz der Reifen schlägt durch! Schmerz! Mein allerwertester streift den Hinterreifen! Wickel Wackel! Hab’s dann doch noch daritten die Landung.
Also nicht verwirren lassen und auf zum nächsten Anlieger. Einer meiner Liebsten. Pedal runter, bremsen auf und durch! Gleich darauf ein Rechts-Anlieger. Dann ein Sprung raus ins Flache und in den Wald. Einfach laufen lassen.
Und schon war man bei dem kleinen Sprung der einen mitten in die lange Wurzelgerade beförderte. Auf dieser Geraden gab es alle Arten von Wurzeln. Quer, längs, schief, senkrecht, flache, hohe, mit kante, ohne kante, karierte, geblümelte, ……….einfach alles. Ich fasste mir ein Herz und ließ die Finger von den Bremsen. Das Radl hat’s zwar ein paar mal bös unterm Hintern verrissen aber alles ging gut.
Am Ausgang dieser Wurzelgeraden kam ein böses, böses, Eck. War ne 180 Grad Kurve. Von den Wurzeln die etwa nen halben Meter über einem darunter verlaufenden Forstweg waren runter auf eben diesen und dann in die Gegenrichtung. Zum einen waren dort nur Wurzeln. Wieder in allen erdenklichen Formen und Farben. Zum andren war’s halt ein grausliches Eck. Ich hatte im Training nie irgendwelche Probleme an der Stelle und machte mir auch keine Gedanken darüber. Doch eben beim Finallauf fiel mir das erste Mal eine Wurzel, die etwa unterhalb der Kante war, auf. ich weis nicht wieso aber diese Wurzel faszinierte mich anscheinend so dass ich wahrscheinlich mit Vorderreifen drauf stehen bleiben wollt oder so!?!? Auf Deutsch: ein klassischer Fahrfehler. Ich zog anscheinend die Bremse und köpfelte eben von der halben Meter Überhöhung über den Lenker runter auf die Forststrasse. Ein klassischer Bauchfleck. Aber wir alle wissen was einem klassischen Bauchflecken immer folgt!! Richtig! Das eigene Bike. Das ließ nicht lange auf sich warten und detonierte auf meinem Rücken. Da lag ich jetzt. Mein Haxn irgendwie zwischen vorderreifen und Unterrohr verheddert mit dem Gesicht am Schotterweg. Auf die Frage eines Zuschauers hin ob alles ok war, wollte ich eigentlich mit „Fuxl’s bösem Blick“ antworten. Ging aber nicht da ich ja mit der Fresse im Staub lag. Also erwiderte ich nur: „NA! Passt schon!“ in etwa in der selben Tonlage wie ich auf die Frage bei Mc Donlads antworte ob ich noch ne Apfeltasche dazu will.
Voller Zorn in der Gewissheit das ich einen bis dato Spitzenlauf meinerseits gerade versaut habe quälte ich mich unter dem Bike hervor und schwang mich wieder in den Sattel. Jetzt kam wieder ein speediges Stückerl. Ne Wiese runter und dann wieder ne lustige Rechtskurve mit ner kleinen Kante zum hupfen drinnen. Dann Bremsen auf und in nen leichten Linksanlieger reinlaufen lassen. Dann kam ne mächtig große Wasserlacke. Style muss ja auch sein, drum Vorderradl angrissen und versucht am Hinterrad durchzusurfen. Dieser Styleversuch missglückte natürlich. *gg*
Dann war’s flach. Ein kleines Stuferl runter und ne Rechtskurve. In der Kurve waren zwei pestige kleine Wurzeln. Und wirklich bei jeder Abfahrt hat’s mich bei denen hergwandlt! Kleinen Drecksdinger die!
Dann kam eines meiner lieblingsstückl. Ein kleiner Sprung ins Flache. Und dann über ne natürliche Kante ganz rechts außen in nen Steilhang einspringen- Bremsen auf und laufen lassen. Leichte Linkskurve und dann ne geniale rechts-links-Kombi die komplett ohne Bremsen ging. Mmmhhh!! „deliciös“ *gg*. Dann ne Grade mit einigen Löchern runter zu ner Linksspitzkehre, dann ne Grade, Rechtsanlieger, Grade und wieder ne Linksspitzkehre die direkt in die nächste Wurzelpassage führte. Über ne Längswurzel bergab und dann über ne pestige schräge Wurzel kurz bergauf. Dann in ner grob ausgefahrenen Rechtskurve wieder runter dann ne links mit nem kleinen Steindal drinnen. Kurzer Steilhang mit ner Längswurzel dann a bissi links a bissi rechts und man war auf der Asphaltstraße.
Diese queren und runter in die Wiese hupfn. Und dann hieß es treten bis zum kotzen. Ne lange ebene Wiesenquerfahrt mit leichtem Anstieg. Dann leicht rechts leicht links und rein in den ersten der unteren Anlieger. Umlegen, reintreten, Linksanlieger, reintreten, Rechtsanlieger, reintreten, Linksanlieger dann rechts an nem Sprung vorbei der meiner Meinung nach unnötig da stand. Grad runtergstochen ganz nach links ausgeholt und dann nach rechts in ein ganz grauslich ausgewaschenes Stückerl. Nächste Kurve ganz langsam innen auf der Wiese gefahren, dann wieder ne Flache rechts in das nächste ausgwaschene und ausgebremste Stückerl.
Dann links in den Wald rein. Ein paar Stuferl dann hart rechts umlegen, innen an ner komischen Wurzel vorbei. Ein leichtes Wanderl ausnützen und dann über a Stufe runter nach links umlegen. Dann leicht links in ner tiefen, canyonartigen Umgebung über einge brutale Löcher runter und dann unten wieder ein grausliches rechts-Eck das so gschissen ausgfahren war dass mich jedes mal reingstaucht hat. Dann noch ein paar Stuferl aus Wald raus runter auf den Zielhang.
Linksanlieger zum Zielsprung. Zielsprung, letzte Kräfte mobilisieren um das Radl irgendwie in der luft zu verdrehen Landung durch den Zielbogen und
FERTIG!
Mit ner Zeit von 4min 10 zu Joga gehen und die Schmach über mich ergehen lassen das er mich um 6sec abgehängt hat.
Deprimiert packte ich meine Sachen und machte mich auf die Heimreise. Da ich bereits bei der Anreise merkte das mein linker hinterer Bremszylinder steckte, machte ich mich auf eine lange Fahrt gefasst. Windischgarten lässt grüßen weil da steckte nämlich rechts hinten die Bremse!
Nach nem kurzen ungewollten besuch der Klagenfurter Innenstadt fand ich dann doch noch den richtigen Heimweg. In dem Moment als ich grad so richtig gemütlich im Auto eingepennt wäre hupt es plötzlich neben mir. Mankra mit Freundin und Hund winken kurz rüber und verschwinden dann am Horizont. Nach wenigen Minuten gibt es neben mir wieder nen Schnalzer und ein silberner Clio mit nem weisen Orange in der Heckscheibe glüht mit etwa zwei kilo zehn an mir vorbei. Und zu guter Letzt winkt mir auch noch biker 753 aus dem Beifahrerfenster eines überholenden Autos zu.
Fazit: nicht nur auf der strecke verblasen mich alle, nein auch auf der Autobahn lassens mich stehen wie ne null! *gg* Sollt mir eventuell was schnelleres zulegen! *gg*
Ich zolle wieder jedem Respekt der den ganzen Schaß durchgelesen hat! *gg*
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