Konsument testete billige Mountainbikes

Drei Aktionsräder von Zielpunkt, Obi und Praktiker im Kurztest: Fürs Gelände taugen sie nicht.

Fahrräder im Lebensmittelhandel und in Baumärkten sind mittlerweile ein gewohntes Bild. Sie sehen gut aus, kosten wenig und werden fast schon zu einem „Mitnahmeartikel“. Wir haben ebenfalls zugeschlagen und bei Zielpunkt, Obi und Praktiker Mountainbikes erstanden. Die haben wir – in Zusammenarbeit mit dem TV-Magazin „25“ – einem Praxistest im Gelände nach unseren üblichen Fahrrad-Prüfkriterien unterzogen.

Auf der Straße bleiben!
Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Alle drei Bikes sind auf Grund ihres Gewichts, ihrer Rahmengeometrie, ihrer Ausstattung und ihrer Fahreigenschaften fürs Gelände ungeeignet und bestenfalls auf Feldwegen einsetzbar! Besonders problematisch ist die weiche Federung: Auf Steigungen schwingt der Rahmen auf, behindert die Kraftübertragung vom Hinterrad auf den Boden und verlangt dadurch dem Fahrer das Letzte ab. Auf Talfahrten wiederum ist die Lenkung nur schwer in den Griff zu bekommen und die Sturzgefahr groß.

Vorwiegend billig zusammengestoppelt

Alles in allem wirken die Bikes so, als wären sie aus – vorwiegend billigen – Komponenten unterschiedlicher Herkunft zusammengestoppelt. Die Frage, wie lange die Teile überhaupt halten, konnte unser Kurztest zwar nicht beantworten, dennoch raten wir von einem Kauf ab. Auch Markenhersteller erzeugen Billigräder, die vielleicht 200 bis 300 Euro mehr kosten, dafür aber mehr Qualität bieten und auch für leichtes Gelände taugen. Bei Markenrädern ist man auch hinsichtlich der Versorgung mit Ersatzteilen besser dran.

Selber schrauben

Ebenfalls wichtig zu wissen: Beim Kauf im Supermarkt oder Baumarkt erhalten Sie normalerweise nur ein vormontiertes Bike, das Sie nicht Probe fahren können und in der Regel selbst einstellen müssen (Schaltung, Bremsen). Abschreckendes Detail aus unserem Praxistests: Bei unserem „Mountec“-Modell war der Spanner für die Vorderachse defekt, der das Rad fixiert. Wären wir ohne Kontrolle drauf los gefahren, hätte dies böse enden können.

Für gemütliche Feldwege

Fazit: Die 3 geprüften Modelle schauen zwar gut aus, taugen aber allenfalls fürs gemütliche Radeln auf Feld- und Güterwegen. Soll es ins Gelände gehen, gelangen die Billigmountainbikes rasch an ihre Grenzen und provozieren mitunter sogar gefährliche Situationen. Besonders Ungeübte werden damit rasch den Spaß am Mountainbiken verlieren. Für das Fahren auf asphaltierten Strecken sind diese Räder wiederum aufgrund ihrer Bereifung nicht wirklich optimal. Für wirklich lockeres Radeln müssten sie extra auf profillose Reifen umgerüstet werden, damit fallen allerdings beträchtliche Mehrkosten zum ursprünglich günstigen Preis an.

die Ergebnisse im Einzelnen sind zu finden unter:
» http://www.konsument.at/konsument/detail.asp?id=16450

Quelle der Texte: Konsument Logo

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